10. Mai 2009. Die Versuchs- und Teststrecke der Robert Bosch AG in Boxberg, hat bestimmt schon viele unzählige Boliden jeglicher Herkunft zu Gast gehabt. Das 94 ha große Gelände bietet neben einem 3 km langen Hochgeschwindigkeitsoval und einem Handlingkurs noch viele weitere Prüf- und Testmöglichkeiten. Also ideal für ausgiebige Tests. Ganz besonders für Sportwagen. Der Anblick eines Porsches oder Ferraris dürfte hier also keinen mehr vom Hocker reißen.
Doch an diesen Tag, wird sich selbst der Pförtner noch eine Weile erinnern. Drei Gumpert Apollo, inklusive des neuen Apollo Speed, mischen die Gesellschaft auf. Nicht um die armen anwesenden Porsche, Corvettes und Co zu demütigen, sondern um Kunden und Interessenten die Möglichkeit zu geben, die exklusiven Supersportwagen einmal in artgerechter Umgebung kennen zu lernen und zu testen.
Auf Einladung der Edelschmiede aus Altenburg/Thüringen, kamen 24 Teilnehmer zu diesem exklusiven Treffen. Mehr als eigentlich geplant, denn die Nachfrage war größer als gedacht. Der Fuhrpark bestand aus der Nr. 1, dem allerersten Apollo aus dem Jahre 2005, den bereits Rallyelegende Walter Röhrl fuhr, und dessen Autogramm auf dem Armaturenbrett prangt. Ein weiterer Apollo, vom Stuttgarter Vertragshändler Volker Debelka, und dem neuen Flaggschiff, dem Apollo Speed.
Neben einem Auszug aus der Gumpert Mannschaft, ist auch Rennfahrer Florian Gruber und dessen Bruder zur Unterstützung mit angereist, um den Apollo-Anfängern den richtigen Umgang mit dem ultimativen Supersportler bei zu bringen. Es handelt sich hier immerhin um ein mindestens 650 PS starkes und 1200 Kilo leichtes Renngerät für die Straße. Eine entsprechende Einweisung tut not. Zumal man den Respekt vor diesem Geschoss förmlich riechen kann.
Nach der Kontaktaufnahme mit dem Apollo und einigen Übungen auf der Kreisbahn, geht es auf das Hochgeschwindigkeitsoval. Jetzt wird`s ernst. So ein Oval ist übrigens ganz schön steil. Wie beschleunigt so ein 650 bzw. 700 PS Auto? Wie liegt das auf Abtrieb getrimmte und sehr leichte Auto in den überhöhten Kurven?
Um es auf den Punkt zu bringen, der Apollo geht wie die Hölle und liegt auch mit über 200 km/h in den Steilkurven wie das sprichwörtliche Brett. Mit rennmäßigem Getöse ballern die Apollos im Dreierpack um den Kurs. Zwischendurch immer wieder Fahrerwechsel, so dass jeder mal in den Genuss kommt.
Zeit für eine Pause. Mittagessen ist fertig. Noch einmal am leckeren Buffet stärken, und ab auf die Beschleunigungs- und Bremsstrecke. Hier ist nicht die reine Geschwindigkeit gefragt, sondern das richtige Anbremsen und Ausweichen, bzw. Reagieren. Bei dieser Übung wird noch einmal deutlich wie fahraktiv aber auch gut beherrschbar ein Apollo ist. Zumindest wenn sich jeder in seiner eigenen Grenze bewegt. Die des Fahrzeugs ist meist höher.
Einige Dreher bleiben daher nicht aus. Auf der abgesperrten Strecke jedoch kein Problem. Bei einer Mitfahrt bei Florian Gruber (FIA GT3 Europameisterschaft) wird schnell klar, was so ein Apollo kann, bzw. was ein Privatfahrer nicht kann. Zur Abrundung des Tages fahren wir noch einmal aufs Oval und lassen die Apollos noch einmal so richtig laufen.
Fazit des Tages: Bevor ich in diesen Wagen gestiegen bin, hatte ich jede Menge Respekt und war sehr aufgeregt. Nach diesem Tag hat sich das Gefühl nur noch verstärkt. Es geht eine unglaubliche Faszination von diesem Fahrzeug aus. Am 04.07.09 und 02.08.09 wird es weitere Events in Boxberg geben. Haben Sie schon was vor?
Text: Dirk Schmied
Bilder: Tina Seifert
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