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European Speed Club

Seien wir doch mal ehrlich. Moderne Sport- oder Supersportwagen erreichen mittlerweile Fahrleistungen und Grenzbereiche, die ein ungeübter Fahrer bei weitem nicht ausloten kann. Auch wer ein solches Gefährt regelmäßig bewegt, ist nicht automatisch ein Nachwuchs-Schumi. Zumal man auf öffentlichen Straßen niemals die eigenen Grenzen und die des Fahrzeugs erreichen kann. Und auch nicht ausprobieren sollte.

Die beste Möglichkeit sich und sein Fahrzeug richtig zu fordern, ist immer noch die Rennstrecke. Mit einem geeigneten Instruktor an seiner Seite, sollten sich bald Fortschritte einstellen. Sportfahrerschulen gibt es einige. Jedoch mit großen Unterschieden in der Qualität. Organisation, Ablauf, Sicherheit, Service, Atmosphäre und vor allem die Wahl der Instruktoren spielen eine große Rolle. 

Der europaweit größte unabhängige Ausrichter von exklusiven Sportfahrerlehrgängen ist der Europeanspeedclub. Danny Pfeil gründete 1999 die Sportfahrerschule für all diejenigen, die die Faszination der Rennstrecke und des schnellen Fahrens lieben. Seine eigenen Motorsporterfahrungen begannen 1990, und ist seit 1996 selbst Instruktor. Als Veranstaltungsleiter vom Porsche Super Cup, DTM, Formel 3 und STW bringt Danny Pfeil genügend Erfahrung mit, um mit über 90 Veranstaltungen jährlich, allen begeisterten Sportfahrern eine perfekte Plattform zu bieten. 

Angeboten werden sämtliche sparten des Fahrertrainings. Vom absoluten Anfänger bis zum Profi. Nicht nur  reines Rennstreckentraining auf sämtlichen Pisten Europas, sondern auch Driften und das Fahren auf Schnee und Eis können geübt werden. Grundsätzlich fahren die Teilnehmer mit Ihren eigenen Fahrzeugen. Es stehen aber auch "Trainingsgeräte" zur Verfügung. Vom Porsche Boxter bis zum Formel 1 Renner. Je nach Lehrgang, Verfügbarkeit und Geldbeutel.

Der Europeanspeedclub ist Markenunabhängig

Alle Fahrzeugtypen sind willkommen. Durch die Kooperation mit über 30 Porsche Zentren ist klar, welche Marke am häufigsten anzutreffen ist. Die Zentren und auch andere Firmen buchen für Ihre Kunden Plätze, die dann als Zugabe bei einem Autokauf oder ähnlichem noch ein Schmankerl bekommen.

Hockenheimring 14./15 Oktober. Zu Gast beim Europeanspeedclub konnte ich nachhaltige Eindrücke festhalten und den Vergleich zu anderen Sportfahrschulen anstellen. 08.00 Uhr. Die Teilnehmer finden sich in der Boxengasse ein. Fahrer und Autos werden in Gruppen eingeteilt. Das ist nötig, da Piloten und Fahrzeuge jeweils unterschiedliche Leistungsstufen vorweisen. Nach Begrüß und Vorstellung der Instruktoren sowie den beteiligten Porsche Zentren Mannheim, Frankfurt, Bamberg und Pforzheim kann es schon losgehen. 

Der Zeitplan ist straff durchorganisiert. Ab auf die Strecke. Im Sektionstraining werden einzelne Streckenabschnitte beschrieben und geübt. So kann man sich besser auf bestimmte Passagen konzentrieren. Im laufe des Tages geht es Schritt für Schritt in Richtung Freies Fahren. Entsprechend trainiert kann am Nachmittag jeder alleine seine Runden abspulen. Zwischendurch gibt es immer wieder Fahrerbesprechungen. Zwecks Auswertung mitgeführte Chips werden ausgelesen und besprochen. Hier kann jede Geschwindigkeit, auf jedem einzelnen Meter auf der Strecke dargestellt werden. Der Instruktor kann somit genau erkennen wo es noch hapert und erklären wie es besser geht. 

Wer das erste Mal dabei ist, wird überrascht sein, wie anstrengend bereits ein paar schnelle Runden auf der Rennstrecke sind. Viele steigen völlig durchgeschwitzt aus Ihren Autos. Einige T-Shirts sollte man also zum Wechseln dabei haben. Nicht nur körperlich, auch mental ist man am Ende des Tages richtig platt. Nur das Adrenalin und das Rennfieber hält einen fit. Anstrengend wird es auch für die Autos. Besonders Reifen und Bremsen leiden unter den enormen Kräften sehr. Mitgereiste Vertreter der Porsche Zentren betreuen Ihre Kunden deshalb mit Rat und Tat und können ggf. mit Ersatzteilen aushelfen. 

Wie gut es ist, den Service eines Händlers im Hintergrund zu haben, konnte man auch am zweiten Tag sehen. Neben vielen Privatleuten waren auch wieder Kunden vom Porsche Zentrum 5Seen und Porsche Tuner Techart dabei. Der Fahrer eines GT2 hatte so viel Gummi auf der Strecke gelassen, dass er am Ende des Tages dringend neue Reifen brauchte. Und auch bei Techart kümmerte sich Chef Thomas Behringer persönlich um den optimalen Reifendruck seiner Kundenfahrzeuge. 

Was nicht heißen soll, dass Privatfahrer ohne Background aufgeschmissen sind. Das Team des Europeanspeedclub kümmert sich vorzüglich um Fahrer und Autos. Nur sollte jeder wissen, wie viel er sich und seinem Boliden zumuten möchte. Unermüdlich sind auch die Instruktoren, die jederzeit für ihre Kunden da sind. Mit der Qualität der Instruktoren steht und fällt jeder Fahrerlehrgang. Das Aufgebot kann sich wirklich sehen lassen. Wo sonst, kann man Fahrer aus Porsche Super Cup, 24h Nürburgring, Formel 3, DTM, FIA GT usw. hautnah erleben. Auf Du und Du mit Patrick Simon, Pierre Kaffer, Timo Kluck, Wolfgang Kaufmann, Frank Schmickler oder Marco Werner, um nur einige zu nennen. 

Auch der zweite Tag geht zu Ende. Obwohl nur als Berichterstatter und gelegentlicher Beifahrer, waren diese zwei Tage richtig anstrengend. Aber auch wunderschön. Jeder der schnelle Autos liebt, wird sich hier wohl fühlen. Es gibt viel zu sehen, man lernt nette Leute kennen, fachsimpelt und nimmt eine Menge Erfahrungen mit. "Fühl dich wie zuhause", sagte mir Melanie Pfeil am ersten Tag. Und das habe ich auch getan. Die familiäre Atmosphäre ist sicherlich mit ein Grund, warum die Teilnehmer des Europeanspeedclub immer wieder  kommen.

Mehr Informationen unter www.europeanspeedclub.de

 

Text und Bilder: Dirk Schmied

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