Fahrbericht. Ford setzt große Hoffnungen in das kompakte Crossover-Modell.

Auf der Plattform des Focus und des C-MAX entstand nun ein weiteres Modell, im Ford kinetic Design. Gut sieht er aus. Schnittig und muskulös. Eine Mischung aus Kompaktwagen, SUV und Coupé. Mit 4,44m Länge und 1,68m Höhe fallen die Abmessungen nicht zu wuchtig aus. Der relativ lange Radstand von 2,69m sorgt für gute Platzverhältnisse und kurze Karosserieüberhänge.
Im Inneren des 5-Türers setzt sich das sportliche Design fort. Gute Übersichtlichkeit und vor allem jede Menge praktische Ablagen und Fächer fallen positiv auf. An der Verarbeitung gibt es auf den Ersten Blick nichts zu kritisieren. Am Platzangebot in der Ersten Reihe gibt es nichts zu bemängeln. Auf den Rücksitzen ist ebenfalls genügend Kopf- und Beinfreiheit vorhanden. Höchstens bei drei Fondpassagieren könnte es je nach Körperfülle etwas kuschelig werden.
Front- oder Allradantrieb
Bei einem ersten Ausritt mit dem Kuga haben wir getestet, ob die inneren Werte sich mit dem Äußeren decken. Derzeit einzigste Motorvariante ist der 2.0 Duratorq TDCi-Turbodiesel mit 136 PS und 6-Gang Schaltgetriebe. Dafür kann zwischen Front- und Allradantrieb, sowie zwischen zwei Ausstattungslinien gewählt werden. Bereits in der Trend-Ausstattung ist schon alles Wichtige an Bord. Bei der Titanium-Ausstattung fehlt es dann an nichts mehr. Inclusive einer rundum blau getönten Wärmeschutzverglasung. Weitere Extras wie z.B. das tolle Panoramaglasdach lassen sich noch oben drauf packen. Oder wie wäre es mit einer Rückfahrkamera, einem Navi oder dem modernen Entertainment-System mit Anschluß für MP3-Player und 230V Steckdose?
Gestartet wird mit der Ford Power Startfunktion, der Taste in der Mittelkonsole. Der Common-Rail-Direkteinspritzer mit Dieselpartikelfilter geht verhältnismäßig leise ans Werk. Bis Landstraßentempo lässt sich nicht verbergen, dass es sich hier um einen Selbstzünder handelt. Doch speziell bei höheren Geschwindigkeiten erstaunt der Kuga mit einer für diese Fahrzeugklasse extrem ruhigen Gangart. Vom Diesel ist nun nichts mehr zu hören, und auch Wind- und Abrollgeräusche halten sich bedeckt. Unterhaltungen oder Musik hören bei 160 km/h ist völlig entspannt. Der Fronttriebler erreicht seine Höchstgeschwindigkeit bei 182 km/h (Allrad 180 km/h).
Guter Durchzug
Der reine 0-100 Wert mit 10,6 (Allrad 10,7) Sekunden sagt wenig über die Kraft des Kuga aus. Vielmehr sind es die Zwischenspurts, die begeistern. Mit 320 Nm Drehmoment bei 2.000 U/min (kurzfristig mit Overboost 340 Nm) zerrt es bei vollem Leistungseinsatz schon mal an den vorderen Rädern. Auch bei starkem Bremsen sind die Antriebseinflüsse des Fronttrieblers spürbar. Bei der Allradversion ist dies kein Thema. Dank Haldex-Kupplung verteilt sich die Kraft bis zu 50 % auf die Hinterräder. Im Gelände soll der Kuga 4x4 deshalb keine schlechte Figur machen.
Mit den serienmäßigen 17 Zöllern (235/55 R17) geht das noch. Optional lassen sich 18 und sogar 19 Zoll große Räder ordern. Ob man damit dann ins Gelände geht, ist fraglich. Ein anderes Thema ist der Verbrauch. 6,3 Liter Diesel auf 100 km sind für diese Fahrzeugklasse ein sehr guter Wert. Die Allradversion genemigt sich 0,1 Liter mehr. Die Preise des ausschließlich in Saarlouis prodizierten Kuga beginnen bei 26.500 Euro für die Trend-Ausstattung und 28.500 Euro für die Titanium-Ausstattung. Für den Allradler verlangt Ford jeweils 2.000 Euro mehr.
Eine weitere Motorvariante soll Ende des Jahres vorgestellt werden. Der 2.5 Liter Fünfzylinder-Benziner bringt es auf 200 PS. Auch ein Automatik-Getriebe wird dann verfügbar sein.
Text: Dirk Schmied
Bilder: Ford
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