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Hyundai ix55

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Fahrbericht - Hyundais Topmodell als Alternative zu den deutschen Platzhirschen.

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Die soziale Akzeptanz für große, schwere SUVs wird immer dünner. Wer dennoch auf diese Fahrzeuggattung nicht verzichten möchte, findet im Hyundai ix55 eine interessante Alternative zu den vornehmlich deutschen Platzhirschen.

Auf Deutschlands Straßen macht sich Hyundais Flaggschiff ziemlich rar, und ist noch weitestgehend  unbekannt.  Obwohl er bereits letztes Jahr auf der AMI in Leipzig präsentiert  wurde und seit Mai 2009 im Handel ist. In diesem Preissegment zählt das Image einer Marke doppelt. BMW X5, Audi Q7 und Co. werfen ihre großen Namen und eine Menge Technik in die Waagschale. Was kann da ein Hyundai entgegen bringen?

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Bevor wir den Testwagen abholten, war klar, dass Hyundai im Bezug auf den Preis mit Sicherheit die Nase vorne haben wird. Günstig waren die Koreaner schon immer. In den letzten Jahren ist auch die Qualität stetig angestiegen und hat bis heute ein sehr achtbares Niveau erreicht. Optisch ist der ix55 ebenfalls ein gelungener Wurf und braucht sich nicht zu verstecken. Doch können die gebotene Technik und das Fahrverhalten wirklich mithalten? Wir wollen uns den 4,84 Meter langen Brummer einmal genauer anschauen.

Ja, das Auto ist groß. Es beeindruckt von außen wie auch von innen. Die Abmessungen bewegen sich zwischen dem kleineren BMW X5 und dem größeren Audi Q7. Auf den hoch thronenden Sitzen scheint man über den Dingen zu stehen. Und man könne wie in einem Panzer, alles platt walzen. Doch das haben wir lieber nicht ausprobiert. Die bereits erwähnte Hyundai-Qualität findet im ix55 seinen Höhepunkt. Hier gibt es nichts auszusetzen. Sieht gut und hochwertig aus, und fühlt sich auch so an.

Laufruhiger und kräftiger Diesel mit 239 PS

Technisch bietet der ix55 einige Premieren im Hyundai Programm. Zum ersten Mal wurden Xenonlichter verbaut. Er hat die erste Sechsgang-Automatik und erstmals einen V6 Diesel. Mit 239 PS und einem maximalen Drehmoment von 451 Nm ist der im europäischen Entwicklungszentrum entstandenen 3,0 Liter V6 CRDi gut unterwegs. Zwar fehlt ihm etwas der begeisternde Bums, doch ist der Dieseldirekteinspritzer allseits Herr der Lage und schiebt das je nach Ausstattung wiegende 2,2 – 2,3 Tonnen Gefährt kräftig voran. Von Null auf Hundert sind das 10,4 Sekunden. Bei 200 km/h endet der Vortrieb.

Dabei zeigt sich die neue 6 Gang-Automatik als unauffälliger und angenehmer Genosse. Die sanften und zügigen Schaltwechsel harmonieren mit dem leisen und laufruhigen Diesel. Zwar fühlt sich der ix55 knackig an, seine Stärken liegen aber ganz klar im Komfort. Schnell gefahrene Kurven quittiert er mit einem sicheren, aber wenig sportiven Untersteuern. Zu wenig Seitenhalt in den Sitzen verraten, dass er das auch gar nicht will. Ebenso wie extremes Hochdrehen des 3,0 l Diesels. Das gequälte Geräusch versucht man eher zu vermeiden.

Bei ix55 ist fast alles serienmäßig an Bord

Wir cruisen lieber weiter und genießen die erhabene Unantastbarkeit dieses in der Premium Version fast voll ausgestatteten SUVs. Lediglich spezielle Metallic-Lackierungen und das Schiebedach kann man zusätzlich ordern. Ansonsten ist alles mit an Bord was schönes Wohnen bzw. Reisen ausmacht. Wie Beispielsweise  Lederausstattung, Sitzheizungen vorn und hinten, Audiosystem mit USB-Anschluss, Zwei-Zonen-Klimaanlage mit separater Regelung für die Fondpassagiere (inklusive Kopfdüsen im Fahrzeughimmel), Niveauregulierung, elektrisch öffnende und schließende Heckklappe, und vieles mehr.

Für den ix55 gibt es zwei Ausstattungslinien. Als Einstiegsversion „Comfort“ ab 42.290 Euro und „Premium“ ab 48.290 Euro. Derzeit gibt es mit dem 3,0 l V6 Diesel nur eine Motorenvariante. Die passt jedoch perfekt zu diesem Fahrzeug. Die Kombination aus Antritt und Verbrauch könnte ein Benziner wohl kaum Toppen. 9,4 l/100 km Durchschnittsverbrauch gehen für ein über 2 Tonnen Auto in Ordnung.

Der 7 Sitzer wühlt sich durch Schnee und Matsch als wäre es nichts

Im Schnee zeigte sich unser Testwagen zu Hause. Dank des schlupfabhängigen Allradantriebs wühlt sich der ix55 durch noch so hohen Schnee oder Matsch, als wäre es nichts. Das eingangs erwähnte Gefühl alles platt walzen zu können, bestätigt sich hier wieder. Für „Leichen“ aller Art ist ja auch genügend Platz im Kofferraum. Bis zu 1.746 Liter passen rein. Sogar die Schwiegermutter. Denn der Hyundai ix55 ist ein waschechter 7-Sitzer. Die dritte Reihe ist jedoch keine Strafbank. Selbst hier sitzt man bequem und luftig.

In Deutschland will Hyundai 2010 etwa 1.300 Fahrzeuge vom großen SUV absetzen. Ein eher bescheidenes Ziel. Optik, Technik, Qualität und Preis stimmen. Einem Erfolg sollte also nichts im Wege stehen.

Fazit:

Hyundai hat mit dem ix55 eine wirklich interessante Alternative zu den bisherigen Platzhirschen auf den Markt gebracht. Die Zutaten stimmen. Preis und Ausstattung sowieso. Auf der Straße und im Gelände macht er eine hervorragende Figur. Für Sportler weniger geeignet, verwöhnt er dafür mit viel Komfort ohne deshalb als Weich abgestempelt zu werden. Wer auf den Imagevorteil von Audi und Co. verzichten kann, ist mit dem ix55 bestens bedient.

 

Text und Bilder: Dirk Schmied

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