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Wiesmann MF3 Roadster

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Fahrbericht. Himmlisches Fahrvergnügen im puristischen und stilvollen Roadster aus Dülmen.

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Was haben sich die Brüder Friedhelm und Martin Wiesmann nur dabei gedacht. Wer kauft sich so ein Auto? Sieht alt aus, ist teuer und man weiss nicht, was man davon halten soll.

So denken sicherlich die Einen. Kenner wissen natürlich, um was es sich bei Wiesmann dreht. Selbstverständlich sind die Autos nicht alt. Unter der Karosserie aus glasfaserverstärktem Kunststoff und dem feuerverzinkten Gitterrohrrahmen steckt modernste BMW-Technik.

Leistungsgewicht wie die Großen

Der MF3 Roadster ist Wiesmanns Erstlingswerk, und wird seit 1993 gebaut. Zwar wurde die Optik nur leicht modifiziert, jedoch die Technik ist immer wieder verbessert und auf den neuesten Stand gebracht worden. Heute, nach 15 Jahren ist der MF3 ein extrem ausgereiftes und qualitativ hochwertiges Fahrzeug. Der  bekannte 3,2 Liter R6 aus dem letzten M3 gilt immer noch als eines der besten Triebwerke. Mit 343 PS hat der 1.180 kg leichte Roadster keine Mühe in 4,9 Sekunden auf Landstraßentempo zu beschleunigen. 3,44 kg/PS liegen sogar noch deutlich unter dem Leistungsgewicht eines aktuellen M3 mit 420 PS (3,9 kg/PS).

Es sind aber nicht die reinen Zahlen, die begeistern, sonder das Gefühl. Um das zu testen, fahren wir zu Marco Heß, dem Leiter von Wiesmann Frankfurt. Nach freundlichem Empfang und Begutachtung der exklusiven Räumlichkeiten und Ausstellungsfahrzeuge, kann es los gehen. Das mechanische Stoffverdeck ist bereits herunter gelassen. Schon beim Einsteigen faszinieren die grandiose Lederausstattung und die schönen, zum Fahrer hin platzierten Instrumente. Die tiefe Sitzposition und das knapp geschnittene Cockpit verströhmt einen Hauch von Rennwagen.

Gänsehaut-Sound

Erst Recht beim Anlassen des Motors. Was für Töne aus dem Edelstahl-Doppelrohrauspuff raus kommen, ist gigantisch. Kurz Beschleunigen und wieder vom Gas. Herrlich. Es röhrt, brabbelt, spratzt und gurgelt. Echt schade für die tolle Hifi-Anlage. Mein Lied spielt ganz wo anders. Der Motor hängt gut am Gas und setzt die Befehle des Gaspedals direkt in Vortrieb um. Präzise und mit kurzen Wegen passt die serienmäßige 5-Gang Schaltung gut zum Charakter des MF3. Optional kann auch ein sequentielles 6-Gang Getriebe geordert werden.

Das Revier des MF3 ist ganz klar die Landstraße. Gas geben, Schalten, Bremsen und zackig um die Kurve. Bei höheren Geschwindigkeiten wird es laut und der Wind zieht in die Ohren. 255 km/h sind zwar drin, dann aber lieber mit geschlossenem Verdeck. Ab Werk ist der Roadster mit Rädern in der Größe 215/50 ZR 17 (rundum) ausgestattet. Die reichen völlig aus und bieten tollen Grip. Es geht aber auch mehr. 20 Zöller sind kein Problem.

Schlaflose Nächte

Einen großen Nachteil hatte die Fahrt allerdings. Wir mussten das Auto wieder abgeben. Verlieben alleine nützt nichts. 99.900 Euro müssten es mindestens sein, um mit dieser Schönheit längerfristig liiert zu bleiben. Liebe Gebrüder Wiesmann, vielen Dank für dieses tolle Auto und vielen Dank für die schlaflosen Nächte.

 

Text: Dirk Schmied

Bilder: Wiesmann

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