Wenn einen das Fernweh packt, der Urlaub zeitlich und finanziell abgesichert ist, bleibt jedes Mal die Frage nach dem Wohin. Und vor allem, was für ein Hotel. Ohne irgendwelche Referenzen oder Empfehlungen kann das wie ein Lotteriespiel sein.
Waren Sie schon auf Lanzarote? Mit über 100 Vulkanen ist sie zwar die kargste der kanarischen Inseln, bietet aber viele interessante Ausflugsziele und Eindrücke. Zudem kann man das ganze Jahr die Sonne genießen. In den Wintermonaten ist es zwar mit 19 Grad Wassertemperatur etwas frisch zum Baden, aber mit permanent über 20 Grad ist man auf der sicheren Seite. Nicht zu heiß und nicht zu kalt. Außerdem geht immer eine kleine bis große Prise Wind. Optimal für Ausflüge aber auch Sonnenanbeter. Zumal es sehr selten regnet.
Sehr gutes Preis/Leistungsverhältnis
Mindestens genauso wichtig wie das Urlaubsziel ist das Hotel. Sterne und Preis sind nicht immer Garant für gute Leistungen. Ein sehr gutes Preis/Leistungsverhältnis bieten die Hotels der H10 Kette. Das von uns getestete Hotel H10 Timanfaya Palace liegt im Süden der Insel in Playa Blanca, direkt am Meer. Ein Nachteil von Lanzarote ist, dass es sehr felsige und steile Küsten hat. Gute Strände sind eher Mangelware. Aber ca. 200m vom Hotel befindet sich ein kleiner, abgegrenzter und gepflegter Sandstrand. Wer nach Traumstränden sucht, muss zu den Papagayo Stränden fahren. Diese liegen zwar im selben Ort, sind aber nur mit dem Auto oder Fahrrad zu erreichen. Das Hotel liegt direkt an der unendlich langen Strandpromenade. Ideal zum spazieren gehen, joggen, bummeln oder einkaufen.
Wenn man die Promenade entlang läuft, fällt einem das H10 Timanfaya Palace direkt ins Auge. Nicht nur von Außen ist es eines der schönsten Hotels auf der Insel. Auch innen bietet es eine großzügige, gepflegte mediterrane Atmosphäre. Die Zimmer sind sehr großzügig ausgelegt. Selbst in einem der 297 Standart Zimmer mangelt es nicht an Platz. Ebenso das große Badezimmer. Beim Thema Zimmerservice und Sauberkeit gab es keinen Anlass zur Kritik. 5 Junior Suiten und 3 Suiten stehen für gehobenere Ansprüche zur Verfügung.
Große Auswahl am Buffet
Essen. Für viele Kritikpunkt Nummer eins. Auch hier braucht sich das Team um Hoteldirektor José Ángel Vázquez nicht zu verstecken. Ganz im Gegenteil. Das großzügige Frühstücksbuffet bietet allen Gästen eine große und leckere Auswahl. Eier in allen Variationen, Pfannkuchen oder verschiede frisch gepresste Fruchtsäfte werden vor Ihren Augen zubereitet.
Abends kann man sich kaum entscheiden, was man essen soll. Eine große Auswahl von Vor- Haupt- und Nachspeisen quälen einen immer wieder aufs Neue. Nicht genug, gibt es für jeden Wochentag ein spezielles Thema. Spanisch, italienisch, orientalisch, es schmeckt einfach immer. Vor allem ist es immer frisch. In manch anderen Hotels gibt es oftmals aufgewärmtes vom Vortag oder davor.
VIP-Raum
Zu den üblichen Annehmlichkeiten eines guten Hotels wie z.B. Fitnessraum, Friseur, Masseur, Shop, Bars, Restaurants, Handtuchservice etc. hat das Timanfaya Palace auch einen VIP-Raum, welchen man separat buchen kann. Ein nobel eingerichteter Raum mit weichen Sofas, einer gut eingerichteten Bar und einem großen Flachbildfernseher. Hier können Sie nach einem anstrengenden Ausflug bequem abhängen und sich an der Bar bedienen. So viel Sie möchten.
Auf jeden Fall sollten Sie sich ein Auto mieten. Angebotene Busausflüge sind vielleicht bequemer und informativer, aber dafür auch viel teurer und unflexibler. Fünf Tage Opel Corsa kosten vom Hotel aus gebucht 110,-- Euro. Das Auto steht voll getankt vor dem Hotel. Die Straßen sind gut ausgebaut und recht übersichtlich. Das Fahrverhalten der Einwohner ist nicht viel anders als bei uns in Deutschland. Also keine Angst vorm Selberfahren. Die Benzinkosten halten sich in Grenzen. Mit deutlich unter einem Euro ist der Liter Benzin hierzulande recht günstig.
Ausflüge:
Ein absolutes Muss ist der Timanfaya Nationalpark. Dort stehen die Übeltäter, die für einen der größten Vulkanausbrüche der Geschichte verantwortlich sind. Und das ist noch gar nicht so lange her. Von 1730 bis 1736, also 6 Jahre lange spuckten die Vulkane ununterbrochen Lava, Feuer und Asche. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Etwa 200 Quadratkilometer und somit ca. ¼ der Insel sind komplett mit Lava überdeckt. 1824 hat der letzte Ausbruch stattgefunden. Neben besonders heißer und flüssiger Lava, wurde auch das Meerwasser angesaut und ausgespuckt und hat paradoxer Weise ein Teil der Insel überflutet. Dass der Vulkan nur schläft, kann man im wahrsten Sinne des Wortes spüren. Im inneren der Vulkane herrscht immer noch eine große Hitze. Probieren Sie mal die gegrillten Hähnchen, welche von der Hitze des Vulkans gebraten werden. Neben dem „Vulkanrestaurant“ gibt es eine Busführung durch die Vulkane und Lavafelder. Ein wirklich einmaliges Erlebnis.
César Manrique ist Lanzarotes bekanntester Künstler. Seine Werke und Bauten finden sich auf der ganzen Insel wieder. Auch für nicht Kunstliebhaber ganz interessant.
Arrecife. Seit 1852 die Inselhauptstadt und inzwischen geschäftliches und kulturelles Zentrum Lanzarotes. Neben den typischen Beschäftigungen wie Einkaufen, Cafes, Restaurants usw. bietet es auch das höchste Haus auf der Insel. Im obersten Stockwerk gibt es ein kleines Cafe mit gigantischem Ausblick. Allerdings ist das nur was für Schwindelfreie.
In Teguise, der ehemaligen Hauptstadt findet sonntags der bekannte Wochenmarkt statt, auf dem fast alles angeboten wird. Hier kann man gute Schnäppchen machen.
Rancho Texas Park. Sehr schön angelegter Park mit jeder Menge Tieren. Von Kaninchen bis zu den Krokodilen oder den weißen Tiger ist für jeden etwas dabei. Lustig ist die Papageien- sowie die Seehundshow. Bei der Krokodilshow kann man auch schon mal die Babykrokos streicheln. Am beeindruckendsten ist jedoch die Raubvogelshow. Von den kleinen Falken bis zu den großen Geiern fliegen die Vögel nur wenige Zentimeter über die Köpfe des Publikums. Aufstehen verboten. Nichts für Angsthasen.
Etwas ruhiger geht es im Lanzarote Aquarium von statten. 33 Aquarien mit kanarischen und tropischen Meeresgründen und tausenden von Fischen. Highlight ist der Unterwassertunnel.
Links, rechts und über einem befindet sich Wasser in dem Haie, Rochen und viele andere Fische über einem weg schwimmen. Mehr unter www.aquariumlanzarote.com
Puerto del Carmen ist der quirligste Ferienort auf Lanzarote. Dort gibt es nicht nur die längsten Sandstrände, sondern auch die größte Shoppingmeile. Wer also eher auf Unterhaltung und Ablenkung steht, dürfte hier richtig sein.
Das sind nur wenige Ausflugsziel und Unternehmungsmöglichkeiten. Wer möchte kann auch mit der Fähre nach Fuerteventura schippern oder diverse Märkte besuchen, Kamele reiten, Hochseefischen, U-Boot fahren und vieles mehr.
Wenn es nicht zu weit und teuer sein soll, ist Lanzarote eine sehr gute Wahl. Das H10 timanfaya palace bietet für ca. 700,-- bis 1.000 Euro (eine Woche HP je nach Jahreszeit und Ausstattung) ein tolles Preis/Leistungsangebot. Natürlich gibt es überall noch etwas zu verbessern, aber wer hier meckert, der meckert auf hohem Niveau. Wetter und Unternehmungsmöglichkeiten sind ideal.
Unter www.h10hotels.com finden Sie alle nötigen Informationen. Wenn Sie weitere Fragen haben, können Sie sich auch gerne ans uns wenden. Den einen oder anderen Tipp hätten wir noch auf Lager.
Text und Bilder: Dirk Schmied
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