
Dass ein solch künstlerisch gestaltetes Auto in einem Museum zu finden ist, ist nicht verwunderlich. Dass es aber auf einen hart umkämpften Klassensieg in Le Mans angesetzt ist, eher schon. Bei diesem M3 handelt es sich um ein reinrassiges Rennauto der GT2 Klasse, und wird vom 12.-13. Juni 2010 beim großen Traditionsrennen genau wie jeder andere Renner auf der letzten Rille fahren.
Mittlerweile ist das so genannte „Art Car“ Tradition bei BMW. Das erste entstand 1975. Die Ehre des 17. Art Cars hat der amerikanische Künstler Jeff Koons. Zwei Monate Arbeit kostete das Kunstwerk. In dieser Zeit reiste Koons mehrmals nach München um mit den BMW Ingenieuren die Arbeit abzustimmen. Inspiriert wurde der Maestro durch „starke Energieflüsse, hohe Geschwindigkeit und Explosionen“, wie es heißt. Das glauben wir gerne.
BMW Art-Cars - Eine große Ehre
Das 500 PS starke, bunte V8 Geschoss beschleunigt auch gerade einmal in 2,6 Sekunden auf Hundert. Jeff Koons liebt Autos. Zu BMW hatte er schon früh eine Verbindung hergestellt. In den 70er Jahren lebte er in München und fuhr damals auch eines der bayrischen Modelle. Es hat für ihn eine ganz besondere Bedeutung eines der traditionellen Art Cars gestalten zu dürfen.
„Ich habe immer schon gedacht, dass es eine Ehre wäre, ein BMW-Art-Car zu gestalten. Ich freue mich, eine Tradition fortsetzen zu dürfen, die von so herausragenden Künstlern wie Calder, Lichtenstein, Stella und Warhol begründet wurde“ BMW-Designchef Adrian van Hooydonk ist von Koons neuem Art Car begeistert: „Jeff ist es gelungen, die Essenz von BMW darzustellen: Dynamik und Emotion zeigt er auf außerordentlich spannende, ganz eigene Art und Weise. Das Ergebnis ist berauschend und wird beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans und später in vielen Museen Aufsehen erregen.“
Alles in Vinyl
Das Ergebnis der vielen Arbeit wurde per Digitaldruck auf eine Vinylfolie gebracht. Zuvor wurden zur Abstimmung dreidimensionale 3D Modelle auf die Oberfläche des Autos projiziert. Nachdem die Folie auf dem Auto war, sorgt nun eine doppelte Klarlackschicht für den nötigen Schutz. Andy Priaulx, Dirk Müller und Dirk Werner müssen nun besonders gut aufpassen, dass ihrem Kunstwerk in der Hitze des Gefechts nichts passiert.
Derzeit steht der M3 GT2 im Pariser Kunst- und Kulturzentrum Centre Pompidou. Nach dem Einsatz in Le Mans – hoffentlich bleibt alles heil – geht es auf Museums-Tournee. Wir wünschen viel Erfolg.
Text: Dirk Schmied
Bilder: BMW
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