Wenn ein Ferrari FXX zu langsam ist.

Ferrari FXX Fahrer kennen das. Da zahlt man 1,5 Millionen Euro für ein Auto, fährt damit auf die Rennstrecke und wird trotzdem noch von jedem windigen Formel 1 Renner nach allen Regeln der Kunst verblasen. Doch Lotus verspricht nun Abhilfe. Mit einem einzigartigen Track Car.
800.000 Euro
Die Marke aus Hethel bei Norwich steht seit jeher für leichtgewichtige Sport- und Rennwagen. Mit dem Exos (intern T125) bieten die Engländer nun erstmals betuchten Kunden die Möglichkeit ein extremes Renngerät zu erwerben, welches jedoch ausschließlich für den Betrieb am Circuit konzipiert ist. Für umgerechnet rund 800.00 Euro erhält der Interessent einen verkappten Formel 1 Renner.
650 PS bei 10.300 U/min
Der Antrieb erfolgt über einen V8 Cosworth Motor aus der ehrwürdigen 3.5l Ära. Ein Triebwerk also welches in seinen Grundzügen identisch ist mit jenem Treibsatz, der auch Michael Schumacher in der Saison 94 zu seinem ersten WM Titel verhalf. 650PS soll der Motor im Lotus leisten, bei einer Maximaldrehzahl von 10.300 U/min. Bei Betätigung des Überholknopfes sind sogar kurzzeitig 10.800 U/min nötig. Die Kraftübertragung erfolgt mittels einer sequentiellen 6-Gang Schaltung mit Paddel am Lenkrad.
650kg trocken
Trotz der enormen Drehzahlen des Motors liegen die Service-Intervalle bei 4.500km. Laut Lotus braucht es auch keine vielköpfige Crew um den Renner zu warten. Der Fahrer kann den Exos starten wie ein ganz normales Auto. Trotzdem werden die wenigsten Piloten den Rennwagen wirklich artgerecht bewegen können. Dank Chassis, Fahrwerk und Bremsen aus Kohlefaser wiegt der T125 trocken nur 650kg. Die riesigen Flügel vorne und hinten ermöglichen unvorstellbare Kurvengeschwindigkeiten denen man ohne ein entsprechendes Training kaum gewachsen sein dürfte.
Immerhin erhalten die Kunden eine ganze besondere Betreuung.
Auf 25 Stück limitiert
Keine geringeren als Jarno Trulli und Mika Hakkinen sollen sich um die Befindlichkeit der Piloten kümmern. Auch Ingenieure und Fitness-Trainer stehen den glücklichen Kunden zur Verfügung. Noch im April 2011 sollen die ersten 10 Autos der auf 25 Stück limitierten Serie abholbereit sein. Die gesamte Entwicklung und Fertigung erfolgte über Lotus Cars ohne die Mithilfe des Formel 1 Racing Teams. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten gibt es somit aus Hethel wieder einen reinrassigen Rennwagen für den privaten Clubsportbereich.
Colin Chapman hätte sicher seine wahre Freude daran.
Text: Martin Englmeier
Bilder: Rahul Nair, gg.lotus.org
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