Vorstellung Lotus Elise 2011

Wie verbessert man einen Sportwagen, der den Begriff Fahrspaß wie kaum ein zweiter definiert? Man verändert nur so viel wie unbedingt nötig und belässt sonst fast alles beim Alten. Die Elise bleibt sich auch im neuesten Jahrgang treu.
Neue Optik
Die neue Front gibt sich nun glatter und weniger zerklüftet. Das gestraffte Gesicht lässt die Elise etwas erwachsener aber auch weniger aggressiv wirken. Die Form der Scheinwerfer erinnert allerdings an einen letztes Jahr vorgestellten italienischen GT. Am Heck sticht Lotuskennern der neu gestaltete Diffusor ins Auge. Der Rest präsentiert sich weitgehend unverändert. Das leichte Make-up lässt den kleinen Zweisitzer nun etwas bulliger wirken. Die Seitenansicht präsentiert sich bis auf die neuen Felgen identisch. Es bleibt also beim Gesamteindruck eines extrem flachen und kompakten Sportwagens.
Was hat sich beim Interieur getan? Ebenfalls sehr wenig. Ein im Blinkerhebel integrierter Tempomat und ein Hebel zur Öffnung des Kofferraumdeckels sind die einzig relevanten Neuerungen. Gut so. Denn besser als in der Lotus Elise kann man kaum sitzen. Lenkrad und Schalthebel liegen perfekt zur Hand. Der Fahrer glaubt mit dem Auto schon im Stand zu verschmelzen. Am liebsten würde man augenblicklich losfahren.
1.6 l Motor mit Valvematic
Wie man uns eindringlich versichert, soll die neue Elise seinen Pilot genauso in Freude versetzen können wie der verführerische Vorgänger. Der neue Motor hat zwar nur noch 1.6 l Hubraum aber dank Toyota's Valvematic die gleiche Leistung. Das System ersetzt ähnlich wie BMW's Valvetronic die Drosselklappe und steuert die angesaugte Luftmenge mittels Ventilhub. Etwaige Befürchtungen bzgl. Bauhöhe und Gewicht können wir an der Stelle zerstreuen. Das neue 1.6 l Aggregat (1ZR-FAE) baut genauso hoch wie die alte, weitaus langhubigere 1.8 l Maschine (2ZR-FAE). Das etwas niedrigere Drehmoment, vor allem im unteren Drehzahlbereich, soll ein kürzer abgestuftes 6-Gang Getriebe wettmachen. Die Angaben zur Beschleunigung irritieren dennoch ein wenig. In 6,7s soll es nun von 0-100 km/h gehen. Da war der Vorgänger gut 6 Zehntel schneller. Auch in Sachen Höchstgeschwindigkeit stehen nur noch 200 statt 207 km/h zu Buche obwohl man durch aerodynamische Feinarbeit den cw Wert etwas nach unten geschliffen hat.
Ein Blick auf die Modellbezeichnung liefert teilweise die Erklärung. Trug die alte Elise in der Basisvariante noch ein S für Sport im Namen, entfällt beim neuen Einstiegsmodell der Zusatz. Wir glauben, daß die alte „S" den Produktplanern zu nahe an der 192 PS starken „R" gewesen ist. Die deutlich teurere Variante bot zwar erheblich mehr Spitzenleistung aber auch weitaus weniger Drehmoment im unteren Drehzahlbereich.
Extrem niedriger Verbrauch
Wirklich langsam dürfte die neue Elise dennoch nicht sein. Das Gewicht liegt zwar mit nun 876 kg nach DIN minimal über den 860 kg der alten Elise S, trotzdem präsentiert sich das Leistungsgewicht immer noch ausgesprochen athletisch (6,44 kg/PS). Mit einem Durchschnittsverbrauch von jetzt nur nur 6,14 l präsentiert die neue Elise zudem ein nahezu unschlagbares Verhältnis zwischen Fahrdynamik und Verbrauch. Eine Tugend von der sich so mancher deutsche Sportwagenhersteller durchaus eine Scheibe abschneiden kann.
In einer Sache sind sich die Mannen aus Hethel und Zuffenhausen aber nicht unähnlich: Stichwort Preisgestaltung. Ab 37.450 Euro ist die neue Elise zu haben. Somit sind respektive gut 1.000,- bzw. 3500,- Euro mehr zu entrichten als bei Elise S und CR. Auch bei den Modellen Elise R und SC legt Lotus nach. Mit 42.470,- und 46.620,- kommen beide Modelle ebenfalls rund 1.000,- Euro teurer daher als ihre Vorgänger, bei völlig identischen Angaben bzgl. Fahrleistung und Gewicht. Bei der Aufpreisgestaltung bleibt sich Lotus treu. Serienmässig gibts weiterhin nur 2 Farben. Für Dinge wie Touring, Sport Pack oder Aspen White ist weiterhin ein Zuschlag zu entrichten.
Ob die neue Elise ihren Vorgänger austanzen kann, wird Autos-pur.de bald klären. In einem ausführlichen Vergleichstest zwischen neuer Elise und alter Elise CR.
Text und Bilder: Martin Englmeier
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