Hybrid hört sich nach heutigem Befinden nach Umweltschonung, niedrigem Verbrauch und Öko an. Sicher erstrebenswerte Eigenschaften, jedoch mit dem Beigeschmack von erheblichem Mehrgewicht, weniger Kofferraumvolumen und wenig sportlichem Flair. Einem zwar politisch Korrekten Auto, aber mit einigen Kompromissen und kaum Fahrspaß. Das rührt wohl noch aus den Kindheitstagen der Hybridtechnik.
Mercedes will damit aufräumen und beweißt, dass Hybridtechnik neben dem reinen Sparpotential noch mehr zu bieten hat. Als erstes Serienmodell, mit Ausnahme des exotischen Tesla Roadster, feiert die Lithium-Ionen-Technologie im S 400 BlueHYBRID Premiere. Aber fangen wir von vorne an.
Optimierter 3,5 l V6 + Elektromotor
Der S 400 ist eigentlich ein S 350 mit Elektromotor. Der 3,5 Liter V6 Benzinmotor mit adaptiver Ventilsteuerung wurde jedoch gegenüber dem Serienmotor grundlegend überarbeitet und optimiert. Was Verbrauch und Emissionen senkt und die Leistung um 7 PS auf nun 279 PS erhöht. Ein kompakter, scheibenförmiger Elektromotor, der Platz sparend im Wandlergehäuse zwischen Motor und der Siebenstufen-Automatik 7G-TRONIC eingebaut ist, leistet zusätzliche 20 PS und stellt ein Startdrehmoment von 160 Nm bereit. Alles Zusammen ergeben das also 299 PS und ein Gesamtdrehmoment von 385 Nm.
Der Elektromotor kann nicht alleine genutzt werden, sondern nur unterstützend zum V6. Diese Verbindung hat zweierlei Vorteile. Verbrauchsenkend, da er den Benzinmotor unterstützt und andererseits, geht es bereits ab Leerlauf richtig vorwärts, weil das Drehmoment des Elektromotors von Beginn an zur Verfügung steht.
Kompakter Akku wiegt nur 28 Kilo
Die nötige Energie bezieht der E-Motor aus der besagten Lithium-Ionen-Batterie, welche im Motorraum platziert ist. Die herkömmliche 12-Volt Bleisäure-Batterie konnte dank dem Zusammenspiel mit der Lithium-Ionnen-Battereie kleiner ausfallen und im Kofferraum eingebaut werden. Ein weiterer Vorteil zu den Japanern, die wesentlich mehr Kofferraum opfern müssen. Der 28 Kilo schwere Akku stammt von Continental und lädt sich wieder auf, wenn der Fahrer vom Gas geht, bzw. nutzt die Energie, die beim Bremsen frei wird.
Weiter gespart, wird auch durch die Start-Stopp-Funktion. Benzin und E-Motor schalten sich bereits beim Ausrollen unterhalb von 15 km/h ab. Ein Gasstoß genügt, und kaum merkbar erwachen die Aggregate wieder zum Leben. Eine intelligente Steuerungslogik erkennt ob der Fahrer gerade wendet oder einparkt. Somit werden nervige Start-Stopp-Vorgänge umgangen. Der Normverbrauch des S 400 BlueHYBRID beträgt lt. Mercedes-Benz gerade einmal 7,9 Liter auf 100 km. Für diese Fahrzeugklasse ein respektabler Wert. Was immerhin 2,2 Liter unter dem normalen S 350 liegt und auch 0,6 Liter unter dem S 320 CDI.
Weniger Verbrauch bei besseren Fahrleistungen
Und das bei vergleichsweise deutlich verbesserten Fahrleistungen. Speziell aus niedrigen Geschwindigkeiten und beim Durchzug. Von 0 auf Hundert beschleunigt der S 400 BlueHYBRID in 7,2 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit ist wie üblich auf 250 km/h begrenzt. Ein Blick auf den Tacho verrät auch den Ladezustand des Akkus. Eine der zahlreichen kleinen Änderungen, die Mercedes im S 400 BlueHYBRID versteckt hat. So wurde beispielsweise die Bremsanlage geändert und das Geräuschniveau verbessert.
Weniger Verbrauch, weniger Emissionen, bessere Fahrleistungen und mehr Komfort. Mercedes scheint alles richtig gemacht zu haben. Im Juni 2009 ist er zu haben. Wenn der Preis stimmt, sollte einem Erfolg nichts mehr im Wege stehen.
Text: Dirk Schmied
Bilder: Mercedes
| < Zurück | Weiter > |
|---|



