Supersportwagen aus Südkorea

Spirra wer? Zugegeben, auch uns war die asiatische Flunder bislang gänzlich unbekannt, obwohl der erste Prototyp bereits 2001 vorgestellt wurde. Nun hat man endgültig die Serienvariante der Weltöffentlichkeit präsentiert. Der Spirra S ist ein Produkt der koreanischen Firma Proto Motors, die nichts mit der malaysischen Proton zu tun hat. Ein Exot im wahrsten Sinne des Wortes also.
Imposante Erscheinung
Auf den Bildern zeigt der Spirra eine klassische und im Detail bereits leicht angestaubte Formensprache, doch in der Realität dürfte die Flunder weitaus imposanter wirken. Mit 4,35 Meter Länge ist der Koreaner ähnlich lang wie ein Porsche Cayman aber mit 1,215m Höhe und 1,92m Breite wesentlich niedriger und breiter. Der Abstand zum Boden beträgt gerademal 138mm, der Radstand fällt mit 2,66m ausgesprochen lang aus.
Topversion mit 310 km/h
In 4 Varianten ist der Spirra erhältlich. Alle Versionen basieren auf dem 2,7l V6 Motor aus dem Hyundai Coupe. Das Einsteigermodell wirkt mit 175PS noch etwas putzig. Immerhin 6,8s braucht es von 0 auf 100, die Spitze liegt bei 212 km/h. Der wie es heißt „Small Turbo“ geht dagegen schon mit 330PS zu Werke und erledigt den Standardsprint in 4,8s. Spitze 280 km/h. Als „Big turbo“ mit 400-420PS kommt der Spirra mit einem vergrößerten Ladeluftkühler, einem Ölkühler und einer verstärkten Kupplung daher. Die Werte: 305 km/h und 3,8s respektive. Aber es geht noch flotter. Die Variante „Twin Turbo“ ist mit 2 Ladeluftkühlern, Sperrdifferential und 450-500PS bewaffnet. Damit sprintet man in nur 3,5s auf Landstraßentempo. Die Höchstgeschwindigkeit erhöht sich auf 310 km/h.
Geringes Gewicht dank Anbauteilen aus Karbon
Das Gewicht wird für alle Varianten, bis auf das Topmodell, mit nur 1320kg angegeben. Die schnellste Version liegt sogar nur bei 1200kg, mit vollem Tank wohlgemerkt. Erreicht wird dies dank ultraleichter Anbauteile aus Karbon. Das Chassis basiert auf einem Gitterrohrrahmen. Gebremst wird mittels Scheiben aus dem Hause Brembo mit 355mm Durchmesser vorn und 350mm hinten. Serienmäßig sind 4-Kolben Sättel rundum verbaut, bei den 2 größeren Varianten sogar 6-Kolben vorne. Die Pneus auf 18 bzw. 19 Zoll Felgen stammen von Kumho.
Deutsche Variante ungewiss
Ob die Welt wirklich einen weiteren Sportwagen aus Korea braucht können wir ebenso wenig beantworten wie die Frage,was das Auto kosten soll und ob es jemals den Weg nach Deutschland finden wird. Es dürfte somit auch schwierig sein, die zweifelsohne sehr optimistischen Angaben zu verifizieren. Trotzdem sollte man die koreanischen Autobauer nicht unterschätzen. Auch Hyundai wurde anfangs belächelt und ist inzwischen zu einem der größten Autohersteller der Welt aufgestiegen, Tendenz weiter steigend. Vielleicht findet also auch der Spirra irgendwann seinen Weg nach Kontinentaleuropa. Spaß machen dürfte der Asiat auf jeden Fall.
Text: Martin Englmeier
Bilder: Spirra
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