Spektakulärer Ferrari Enzo Umbau mit 700 PS und aktiver Aerodynamik.

Zugegeben, ich war leicht irritiert, als ich die ersten Bilder des Gemballa MIG-U1 gesehen hatte. Zum einen war es sicherlich die Tatsache, Tuner Gemballa mit Ferrari in Verbindung zu bringen. Bisher für seine extrovertierten Porsche Umbauten bekannt. Zum anderen der schon fast unwirklich scheinende Look. So hätte ich mir damals als Kind ein Matchbox-Auto gewünscht. Breit, flach und mit großen Spoilern bestückt.
Für die großen Kinder aus Dubai wird dieser Traum wohl wahr werden. Denn Gemballa plant eine Kleinserie anlässlich des neuen Importeurs aus dem Mittleren Osten (die Illyas und Mustafa Galadari Gruppe). Nur 25 Exemplare dieses individuell gefertigten Extremsportlers sollen gebaut werden. Dabei wird sich jeder Einzelne von einander unterscheiden. Ein Preis ist nicht genannt worden. Wir rechnen jedoch mit über einer Million Euro.
Nichts für Schüchterne
Als Basis dient wie schon erwähnt und auch zu erkennen ist, der Ferrari Enzo. Von Hause aus nicht gerade schüchtern und verdammt schnell, machen die Leonberger daraus einen Düsenjet auf Rädern. Kein Tarnkappenbomber - denn zu übersehen ist dieses Teil nicht – sondern einer der ganz laut schreit. Optisch wie akustisch. Ganz dem gleichnamigen geflügelten Vorbild. Gegenüber dem Ausgangsprodukt wächst Gemballas Variante vorne um 80 und hinten um 100mm in die Breite.
Aus technischer Sicht, hebt sich die Aerodynamik des MIG-U1 hervor. Die Carbon-Komponenten der aktiven Aerodynamik bewirken eine automatische Anpassung an die jeweilige Fahrsituation und optimieren bzw. variieren den Anpressdruck. Auf der Vorderachse lasten somit bis zu 35 kg mehr Anpressdruck. Auf der Hinterachse sogar bis zu 85 kg. Ebenso werden die Radhäuser besser entlüftet, was die Temperaturen, speziell die der Bremsen, deutlich reduzieren soll und die Wirkung der Hochleistungsbremse verstärkt.
In Tiefgaragen und bei Randsteinen ist Anpressdruck eher weniger gefragt. Optional bieten die Leonberger eine elektrohydraulische Höhenverstellung des Fahrwerks an. Bis zu 45 mm bleiben als rettender Spielraum.
Bis zu 800 PS möglich
Aus ursprünglich serienmäßigen 660 PS werden durch einen Eingriff in die Motronik glatte 700 PS. Eine speziell abgestimmte Auspuffanlage mit pneumatischer Klappensteuerung trägt ebenfalls der Power wie auch der Akustik bei. Wie und ob sich die Fahrleistungen verbessern ist nicht bekannt. Ich könnte mir vorstellen, dass die aufgestellten Flügel zumindest einen Teil der gewonnenen Leistung wieder zunichte machen. Dafür in kurvigem Geläuf wieder Vorteile bringen. Die gewichtsoptimierten (16 Kilo pro Radsatz) 19 Zoll (vorne 265/35) und 20 Zoll (hinten 335/30) Felgen (GTR RACING forged) helfen, die fahrdynamischen Kräfte auf den Boden zu bringen. Gegen Aufpreis lässt sich die Leistung des Zwölfzylinders sogar auf 750 bzw. 800 PS anheben.
Im recht spartanischen Innenraum des Enzo bleibt noch Platz für Verbesserungen. Gemballa nutzt die Gelegenheit und peppt das Ganze noch etwas auf. Passend zum Äußeren. Die Meinungen über den MIG-U1 werden weit auseinander gehen. Doch das ist Uwe Gemballa gewohnt. Ganz im Stil des Hauses.
Text: Dirk Schmied
Bilder: Gemballa
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