Man stelle sich eine sommergetrockene Landstraße vor mit reichlich Kurven. Das Lenkrad fest im Griff. Die Füße parat gelegt für sanftes Gasgeben und knackiges Zwischengas. Der Motor röhrt in den Ohren. Die erste Biegung kommt. Das Gefährt legt sich dramatisch auf die kurvenäußeren Räder und kommt doch völlig stabil in der folgenden Geraden an. Für die nächste Ecke lassen wir das Gas länger stehen, die Haltekräfte der Lenkung werden stärker, die Reifen quietschen. Trotzdem: Unser Alfa will einfach nicht von der Spur abweichen. Es scheint, als würde er auf dem Asphalt kleben.
Chassis mit Getriebe und Differential an der Hinterachse
Für Alfetta Fahrer ist diese Erfahrung nichts ungewöhnliches. Quereinsteiger jedoch werden sich umgehend an eine Achterbahn erinnert fühlen. Das famose Fahrverhalten verdankt der Alfa GTV 6 seinem aufwendigen Fahrwerk. Transaxle-Getriebe, De-Dion Hinterachse, Scheibenbremsen rundum. Bis zum Ende seiner Laufzeit im Jahre 1985 markierte der Italiener die fahrdynamische Spitze in seiner Klasse. Als V6 mit dem legendären 60 Grad Triebwerk kann man den Reizen des südländischen Heißsporns umso schwieriger widerstehen.
190 PS aus 2.8l
Im Auktionshaus Henry's steht aktuell ein Exemplar in klassischem Rot mit schwarzem Velourleder zum Verkauf. Das Besondere an dem Wagen: Der Motor wurde auf 2.8l aufgebohrt, schickt nun 190PS an die Hinterräder, auch das Fahrwerk wurde entsprechend modifiziert. Der Innenraum des knapp 80.000km jungen Coupes präsentiert sich in sehr gepflegtem Zustand. Für 13.500,- Euro wechselt das Sportcoupe den Besitzer. Aber Vorsicht! Alfettafahren macht süchtig und führt meist zu deutlich erhöhten Benzinkosten. Es soll GTV Fahrer geben die auf dem Weg nach Hause vermehrt einen Umweg über die Landstraße nehmen..............
Text und Bilder: Martin Englmeier
Daten:
Alfa Romeo GTV 6, 2884 ccm, 190PS
EZ.: 04/1983, Ausstattung: Radio/Kassette, rot/schwarz
13.500,- Euro
Mehr unter www.henrys.de
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