
Als Audi 1999 den italienischen Stier übernahm, ging es mit Lamborghini gut voran. Heute, gut 10 Jahre später ist die Truppe aus Sant Agata Bolognese zu einem respektablen Unternehmen herangewachsen. Die Zahlen stimmen, die Qualität hat einen Quantensprung erlebt und die Modelle haben nichts an ihrer Faszination eingebüßt. Kurz vor der „Wende“ entstand noch ein Heckgetriebener Diablo SV Roadster. Eine leichtere, knackigere Sportversion ohne Allradantrieb.
Da Audi bekanntlich für Quattro steht, stellte man nach der „Wende“ den Hecktriebler sofort wieder ein. Somit entstanden gerade einmal 4 Modelle dieses faszinierenden Sportlers. Es ist aber auch von 5 oder sogar 6 Modellen die Rede. Mehr jedoch nicht. Eine offizielle Produktion gab es nicht. Im März 1998 stand er auf dem Genfer Automobilsalon. Die danach produzierten Fahrzeuge waren mehr oder weniger Prototypen. Ein gelber (dieser) und ein orangener SV Roadster wurden noch 1998 gebaut. Der Rest 1999. Ein Fahrzeug ist durch einen Unfall zerstört worden.
Stärker und leichter = schneller
Die Coupé-Version des sportlicheren SV wurde bereits 1995 vorgestellt. Die Leistung wurde damals von 492 PS auf 510 PS gesteigert. Im Roadster war dann noch eine aktuellere Variante an Bord. Der 5.7 l V12 leistete hier 530 PS bei 7.000 U/min. Zusammen mit den 590 Nm Drehmoment (bei 5.500 U/min) erreichte man mit dem Roadster damals schon Fahrleistungen, die auch heute noch beeindrucken. Von Null auf Hundert beschleunigt der Exot in 3,9 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 323 km/h.
Wie schon erwähnt, fielen der Allradantrieb und das elektronische Fahrwerk des VT weg. Lamborghini spendierte dem SV Roadster neben einer überarbeiteten Innenausstattung auch eine stärkere Bremsanlage. Vorne stehen 355mm Bremsscheiben und hinten 335er für eine artgerechte Verzögerung parat. An der Vorderachse hinter 18 Zoll großen Rädern mit 235/35 ZR 18 Reifen und an der Hinterachse hinter 20 Zoll Felgen mit breiten 335/30 ZR 20 Walzen.
Nützliche Features
Der Innenraum war serienmäßig in Alcantara gehüllt. Als Extra konnte man Leder oder auch Rennsitze mit 4-Punkt Gurten ordern. Ebenfalls Option war ein dazugehöriges Kofferset in der Farbe des Interieurs. Um die Performance zu steigern entwickelte Lamborghini einen dreiteilig verstellbaren Heckspoiler mit mehr Anpressdruck. Der war allerdings Option. Erhältlich in Wagen- oder Carbonfarbe. Durch das Weglassen des schweren Antriebsstrangs des VT Modells und einigen weiteren Modifikationen wiegt der SV Roadster gerade einmal 1.530 kg. Ein aktueller Murciélago LP 640 Roadster bringt immerhin 1.690 kg auf die Waage.
Beim Thema Gewicht kommen wir zum Dach. Im Prinzip ein Targa-Dach aus Carbon. Recht leicht, aber etwas fummelig zu montieren. Am besten zu zweit oder ein wenig üben. Offen fahren ist im Diablo SV Roadster ein himmlisches oder vielleicht lieber ein teuflisches Vergnügen. Ohnehin ist Lamborghini für seine klanglichen Kompositionen bekannt. Mit dem eingebauten Sportauspuff lässt sich das nochmals steigern.
Große Nachfrage in USA
Die Nachfrage des seltenen Diablo SV Roadster war besonders in den USA sehr groß. Der US-Importeur war über die Absage von Audi nicht sehr glücklich. Deshalb entstanden einige Nachbauten in Eigenregie. Der Allradgetriebene VT Roadster wurde zum Hecktriebler umgebaut und verlor rund 125 Kilo Gewicht. War aber kein Original.
Und das gab es bei Henry´s Auktionshaus, bei denen das seltene Auto für 144.900 Euro zum Verkauf stand. Mehr unter www.henrys.de
Text und Bilder: Dirk Schmied
Technische Daten:
5.7 l V12 Saugmotor / 5707cm³ / 530 PS bei 7.000 U/min / 590 Nm bei 5.500 U/min / 0-100 km/h in 3,9 Sekunden / Höchstgeschwindigkeit: 323 km/h / Gewicht: 1.530 kg / Heckantrieb / Manuelle 5-Gang-Schaltung / L/B/H: 4470/2040/1100mm
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